Chronik

Das Billardspiel hatte in Ebenthal bereits eine lange Tradition. In den 1960er und 1970er Jahren wurde im ehemaligen Gasthaus Panzer bereits „Carambol“ gespielt. Der Tisch stand angeblich einmal im Schloss Coburg. Wie er von dort in`s Wirtshaus kam, konnte nicht mehr nachvollzogen werden. Das Spiel der meisten Ebenthaler war – freundlich gesagt – sehr rustikal angelegt. Das tat aber dem Spaß und der Unterhaltung keinen Abbruch. So wurden oft nächtelang heiße Partien gespielt. Zumeist die sogenannte „Saupartie“ mit 4 Bällen, aber auch mit 3 Bällen wurde dem Spiel gefrönt. Manchmal war auch eine „Tatzerlpartie“ angesagt, die für manche besonders kostspielig war. Mit einem Wort, die Ebenthaler Jugend aber auch ältere Jahrgänge spielte Billard! Unter dem Gasthausbesitzer Aschbacher verschwand der Tisch jedoch eines Tages und es hatte sich „ausgespielt“. Obwohl damals nicht unbedingt alle „große Könner“ waren, gab es doch einige, die hervorstachen.
Einer davon war Reinhold Kling, der aber später sein Studium in Wien absolvierte und der bereits im Billard Club Zistersdorf eine feinere Klinge kennen lernte. Seine sportliche Heimstätte wurde in weiterer Folge der 1.Mariahilfer Billardklub. Dort spielt er seit Jahrzehnten, er konnte zahlreiche österreichische Meistertitel im Einband gewinnen und zählt österreichweit in dieser Disziplin zu den Besten.
Dieser Sidestep war notwendig, weil Kling bei der Vereinsgründung 2013 eine motivierende und beratende Rolle gespielt und auch einen ansehnlichen Finanzierungsbeitrag geleistet hat. Viele, viele Jahre war es jedoch bis zu diesem Zeitpunkt vorbei mit dem Billardspiel. Ein, von einigen Personen angekaufter Tisch im Jugendheim, verschwand spurlos…. Das war`s dann auch schon.
Es wurde zwar des Öfteren noch von einigen Leuten darüber gesprochen aber es verlief diesbezüglich sonst alles im Sand. Erst Mitte 2013 nahm dieses Thema wieder Fahrt auf. Die Gründungsmitglieder des BCE, Erich Brodmann, Wolfgang Ritter und Günter Wallner schafften die Voraussetzungen dafür, dass der Club gegründet werden konnte. Alle rechtlichen Voraussetzungen für die Vereinsgründung wurden erfüllt, organisatorisch die Weichen gestellt und vor allem konnte mit dem Bürgermeister und Gemeinderat nach langem Hängen und Würgen doch noch eine Einigung für die Nutzung unseres Clublokales im Gemeindeamt erreicht werden.
Die finanzielle Basis für den Ankauf eines gebrauchten Spieltisches von der Firma Weingartner wurde geschaffen, wobei einige Personen einen erheblichen Beitrag leisteten. Am 19.04.2014 wurde unser erster Tisch geliefert! Ohne die vielen Ebenthaler Helfer hätte die 240 kg schwere Schieferplatte unser Clublokal im 1.Stock nicht gesehen. Der Spielbetrieb wurde sofort aufgenommen!
Die 1.Generalversammlung fand am26.06.2014 statt. Zum Obmann wurde Günter Wallner gewählt. Bereits nach einem Jahr war das Clublokal, den Bedürfnissen entsprechend, ausgestattet. Ein „Tag der Offenen Tür“ wurde veranstaltet, der regen Zuspruch aus der Bevölkerung fand. Der gebraucht angekaufte Pooltisch wurde aber aus Platzgründen und mangels Interesse nach einem Jahr wieder abgebaut.
Unser Vereinslogo, der Aufbau einer Homepage (dank Christoph Veit) standen weiters auf unserer Agenda.
Bereits am 01.06.2015 wurde von Karl Maschler kostengünstig, ein 2., gebrauchter Caramboltisch angekauft, der das gleiche „Weingartner Modell“ ist. Beide Tische wurden von Jimmy Szivacz neu bespannt und am Tisch2 die Banden erneuert. 2018 wurden auch am Tisch1 die Banden erneuert und beide Spieltische wieder neu überzogen.
Die für uns wichtigste Entscheidung hat allerdings der Gemeinderat Ebenthal am 27.09.2016 mit der unbefristeten Vermietung des Clublokals an den BCE getroffen.
Der Gastbesuch der Präsidenten Kurzbauer/Melk und Müller/Wr.Neustadt vom NÖ.Billardsportverband waren für uns eine Bestätigung der positiven Entwicklung. Gegen die Mannschaft Wr.Neustadt2 konnte ein erfolgreicher Wettkampf bestritten werden.
Besonders hervorzuheben sind die freundschaftlichen Kontakte zu den Marchfelder Billardfreunden mit wechselseitigem Spiel in beiden Clubs.
2017: Das „sportliche Highlight“ war der Mannschaftsvergleichs-Wettkampf gegen MBF2. Der BCE mit Wallner, Epp, Ritter und Bruckner hat sich wacker geschlagen. Der Wanderpokal ging erwartungsgemäß an die MBF. Günter Wallner konnte jedoch ungeschlagen vom Tisch gehen und lieferte mit seinen 4 Tagessiegen die doch große Überraschung des Turnieres. Gleichzeitig haben wir ein kleines aber feines Festl veranstaltet, das unter dem Namen „Schlachtessen“ ein großer Erfolg war.
2018: das Augenmerk wurde auf unser „Spiel“ gelegt, das doch noch sehr „verbesserungswürdig“ ist. Mit Kurt Mastny konnten wir einen der erfolgreichsten und besten österreichischen Billardspieler von Europaklasse für 10 individuelle Trainingseinheiten verpflichten , die aufgrund der guten Resonanz im Herbst wiederholt wurden. 7 Teilnehmer machten dabei mit.
Erwähnenswert ist auch noch die Gegeneinladung der MBF im Jahr 2018. Obwohl Reini Kling in unserer Mannschaft spielte, mussten wir die Mannschaftsstärke der MBF zur Kenntnis nehmen und uns wieder geschlagen geben.
Alles in Allem ist es in relativ kurzer Zeit gelungen, aus dem Clublokal ein Schmuckkasterl zu machen, das einerseits Atmosphäre ausstrahlt andererseits aber alle Notwendigkeiten für den Betrieb eines Billard Clubs erfüllt. Spaß und Freude am Spiel sollen im Vordergrund stehen!
Günter Wallner